Weimarer Zimmer in der James-Simon-Galerie

Korrektur des Kanons: 250 Jahre Frauenpower im „Weimarer Zimmer“

Mit dem Themenjahr „Weiblich Weimar“ stellt die Klassik Stiftung Weimar weibliche Perspektiven in der Kulturgeschichte in den Mittelpunkt. Das neue „Weimarer Zimmer“ in der James-Simon-Galerie gibt in Berlin einen Einblick in das Programm.

Mindestens 250 Jahre Weimarer Geschichte, von Goethe über das Bauhaus bis in die Gegenwart, müssen neu geschrieben werden. Denn in diesem Zeitraum – und darüber hinaus – prägten Frauen die Kultur und Gesellschaft der Stadt maßgeblich, erfuhren dafür aber nie die gebührende Anerkennung. Das soll sich mit dem Themenjahr „Weiblich Weimar“ der Klassik Stiftung Weimar nun ändern: Ein Jahr lang geht es mit Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionen in und um Weimar um Frauen, die bewegten.

Das Themenjahr ist nun auch der Fokuspunkt des neuen, dritten Weimarer Zimmers, das seit vergangenem Dienstag in der James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel im Herzen Berlins präsentiert wird.

Am Dienstagabend hatten sich zahlreiche Kulturinteressierte vor Ort zusammengefunden, um die Eröffnung des „Weimarer Zimmers“ zu feiern. Eingeladen hatten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar (KSW) und der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund. Nach einem musikalischen Auftakt mit dem Klenke Quartett und Werken von Maddalena Laura Sirmen, Ursula Mamlok und Ludwig van Beethoven sowie Grußworten von SPK-Vizepräsident Gero Dimter und Daniel Runge, Referatsleiter Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung der Staatskanzlei Thüringen, ging es in der anschließenden Podiumsdiskussion um die Inhalte des Themenjahres und die spannende Aufarbeitung der Rolle der Frauen in der Geschichte der Stadt.

„Es geht um nicht weniger als eine Korrektur des Kanons“, sagte Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, „und die braucht einen gewissen Nachdruck, sonst setzt sie sich nicht durch.“ Gleichzeitig appellierte die Kunsthistorikerin auch an die Neugierde: „Es steckt ein ungeheures kreatives Potenzial in dieser Hälfte der Menschheit, und wir zeigen das anhand von mehreren Wirkungsbereichen, in denen Frauen schon immer aktiv waren.“

Blick in das "Weimarer Zimmer"
© SPK/ Nadja Wohlleben/photothek.de
V.l.n.r. Anette Hüsch, Direktorin der Alten Nationalgalerie, Daniel Runge, Referatsleiter Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit, Verwaltung der Staatskanzlei Thüringen , Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Gero Dimter, Vizepräsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Stefanie Freyer, stellv. Leiterin des Stabsreferats Forschung der Klassik Stiftung Weimar.
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Klenke Quartett mit Werken von Maddalena Laura Sirmen, Ursula Mamlok, Ludwig van Beethoven
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Präsentation des "Weimarer Zimmers" in der James-Simon-Galerie
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Gero Dimter, SPK-Vizepräsident bei der Präsentation des "Weimarer Zimmers" in der James-Simon-Galerie
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Podiumsdiskussion mit Anette Hüsch, Direktorin der Alten Nationalgalerie, Ulrike Lorenz, Präsidentin der Klassik Stiftung Weimar, Stefanie Freyer, stellv. Leiterin des Stabsreferats Forschung der Klassik Stiftung Weimar und Ingolf Kern, Direktor Kommunikation der SPK
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Gemeinsam mit Anette Hüsch, Direktorin der Alten Nationalgalerie, und Stefanie Freyer, stellvertretende Leiterin des Stabsreferats Forschung der Klassik Stiftung Weimar, betonte Lorenz im Podiumsgespräch mit SPK-Kommunikationsdirektor Ingolf Kern, dass Frauen nicht nur im Hintergrund die Karrieren vieler berühmter männlicher Künstler ermöglichten und unterstützten – als Ehefrauen, Archivgründerinnen und Mäzeninnen –, sondern auch vordergründig bereits zu Goethes Zeiten immer wieder mit herausragenden künstlerischen Leistungen in Erscheinung traten.

Die gesamte Bandbreite der weiblichen Schaffenskraft von Protagonistinnen wie etwa Anna Amalia, Christiane Vulpius, Ottilie von Goethe bis hin zu Maria van de Velde oder der Bauhäuslerin Friedl Dicker wird ab 2027 u. a. in Ausstellungen im Stadtschloss Weimar, im Bauhaus Museum und im Museum Neues Weimar gezeigt.


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