ein Mann betrachtet einen Ventilator

Hidden Gems mit Ingolf Kern: Der Mensch braucht Knöpfe zum Drücken

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Seit 2014 leitet Ingolf Kern vom „Propagandakeller“ aus die präsidialen Kommunikationsgeschicke – sein SPK-Lieblingsort aber ist das Kunstgewerbemuseum, das als nationales Institut für Schönheit Antworten auf Gestaltungsfragen von Rokoko bis Bauhaus präsentiert.

das KGM von außen

Das Kunstgewerbemuseum ist das älteste seiner Art in Deutschland. Es beherbergt weltberühmte Zeugnisse des europäischen Kunsthandwerks und Designs, darunter prunkvolle Reliquiare aus Gold und Edelstein, kostbare Vasen aus Glas oder Porzellan, fein bestickte Kleider, detailreich intarsierte Möbel bis hin zu Klassikern modernen Industriedesigns. Die Dauer- und Sonderausstellungen des Kunstgewerbemuseums können an zwei Orten in Berlin bewundert werden: am Kulturforum nahe dem Potsdamer Platz und im malerisch auf einer Halbinsel in der Dahme gelegenen Schloss Köpenick, wo Meisterwerke der Raumkunst vom 16. bis zum 18. Jahrhundert gezeigt werden.

Foto: Achim Kleuker

Wie lange sind Sie schon bei der SPK und was sind Ihre Aufgaben?

Es ist mein zwölftes Jahr in der Stiftung und ich arbeite immer noch gern im „Propagandakeller“ der Villa von der Heydt. So nennen wir das Sockelgeschoss dieser klassizistischen Adresse, in dem die Abteilung Medien, Kommunikation und Veranstaltungen beheimatet ist, die ich leiten darf. 

Wir organisieren die Pressearbeit für die Präsidentin, Online- und Social-Media-Aktivitäten, bringen den Jahresbericht heraus und richten alljährlich über 90 Veranstaltungen aus. Mit allen Weisheiten des Protokolls, versteht sich. Seit einiger Zeit bin ich auch für die Zentralen Besucherdienste unserer Museen zuständig, was mich besonders freut, denn der Erfolg unserer Arbeit entscheidet sich ja nicht nur in Feuilletonspalten, sondern auch und vor allem an der Ticketkasse.

Ein Mann hinter einem KGM-Schriftzug
Lieblingsort: Ingolf Kern im KGM. Foto: SPK / Killisch
ein Mann in einem großen Treppenhaus
Abtauchen in andere Welten: Ingolf Kern auf dem Weg zur Ausstellung "Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich". Foto: SPK / Killisch
ein Mann vor Möbeln
Ingolf Kern in der Ausstellung "Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich". Foto: SPK / Killisch

Was ist Ihr Lieblingsort in der SPK und was machen Sie da am liebsten?

Mein Lieblingsort ist das Kunstgewerbemuseum. Das liegt sicher daran, dass ich vor der SPK am Bauhaus Dessau gearbeitet habe und ich mich mit Fragen der Gestaltung immer noch gern beschäftige.

Warum faszinieren uns ästhetische Revolutionen so sehr, wann haben Dinge die Kraft, Menschen zu begeistern? Was verstehen wir unter Schönheit? Das sind so Fragen, die sich in der grandiosen Sammlung des KGM immer wieder aufs schönste beantworten lassen. Gegründet wurde das Museum ja als Schule und Bibliothek, auch als Antwort auf das Stilgefecht zwischen England und Frankreich. Geschmackssicher sein, das wollte man eben auch in Deutschland. 

Und so ist das Museum wie vor über 150 Jahren immer noch ein nationales Institut der Schönheit – vom mittelalterlichen Kirchenschatz bis zur Schöpfkelle. Wenn ich schließlich am Tischventilator von Peter Behrens aus dem Jahr 1908 vorbeigehe – eines meiner Lieblingsobjekte – dann begeistert mich nicht nur die Eleganz der Messingflügel, sondern auch die Frage, warum der Mensch immer noch gern Knöpfe drückt, um sein Leben leicht zu machen. 

 

ein Tischventilator
Peter Behrens / AEG: Tischventilator mit achteckigem Korb. Foto: Stephan Klonk / Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin
Ein Mann vor einer Katalog-Wand
Die Kataloge des KGM. Foto: SPK / Killisch
ein Goldobjekt aus dem KGM
Ausstellungsdetail im Mittelaltersaal. Foto: SPK / Killisch

Hidden Gems

In der Reihe Hidden Gems stellen sich Mitarbeitende der SPK vor und zeigen ihre (mehr oder weniger) geheimen Lieblingsorte in der Stiftung.

Die Ausstellung “Haus Lemke – Die Möbel von Mies van der Rohe und Lilly Reich” zeigt eine der umfangreichsten original erhaltenen Innenausstattungen aus dem Werk von Ludwig Mies van der Rohe.

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