Wir sind und bleiben der preußische MarkenkernUlrike Höroldt im SPK-Sommerinterview

Feature

Ein spätes SPK-Sommerinterview mit Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, über Reformkanzler, Windrad-Erfinder sowie  die Chancen und Grenzen des Digitalen

Frau Höroldt, wie preußisch ist die SPK?

Ulrike Höroldt: Ich denke, dass der Name immer noch ausdrückt, was unser Ursprung ist: Nämlich eine Institution, die das preußische Kulturerbe verwahrt und erschließt, das auch nach dem Ende des Staates Preußen weiterhin vorhanden war. Die Sammlungen selbst haben in vielen Fällen nur insofern einen preußischen Bezug, als ihre Sammler eben die preußischen Herrscher oder die preußischen Museen waren. 

Im GStA PK ist das aber anders, denn wir verwahren die genuine preußische Überlieferung, haben also einen sehr unmittelbaren Bezug zu Preußen. Das GStA ist und bleibt daher so etwas wie der preußische Markenkern der SPK. Wir haben im Rahmen der Reform vorgeschlagen, dass sich die verschiedenen Einrichtungen der SPK mit ihren preußischen Wurzeln beschäftigen. Viele haben das zum ersten Mal getan. 

Porträrfoto einer Frau
Eher Fan von Hardenberg als von Friedrich dem Großen: Ulrike Höroldt Foto: SPK/photothek.net/Dominik Butzmann

Die AfD beschwört preußische Tugenden als Gegenmodell zur „dekadenten Gesellschaft“, feiert ‚Preußenfeste‘ und inszeniert sich als Hüterin preußischen Kulturguts. Bekommen Sie hier Beifall von der falschen Seite?

Die Vereinnahmung der preußischen Geschichte beobachten wir natürlich. Wir kennen die Reichsbürger, die den preußischen Adler verwenden. Tatsächlich sind bestimmte Personen der preußischen Geschichte besonders beliebt bei Menschen, die autoritären Strukturen das Wort reden. Aber das ist nur ein Teil der vielfältigen preußischen Geschichte, und muss zudem aus der jeweiligen Zeit hinaus verstanden werden. 

Wir sehen uns als jenen Ort, der die authentischen Quellen der preußischen Geschichte verwahrt und diese der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellt, damit sich jeder selbst ein Bild machen kann. Das ist unser Weg, über Preußen aufzuklären und die beste Art, sich gegen eine Vereinnahmung der preußischen Geschichte zu wehren. Dazu müssen wir aber natürlich auch mit Projekten und Formaten an die Öffentlichkeit gehen, um auf unsere Quellen hinzuweisen.

Haben Sie ein Beispiel?

Wir haben kürzlich mit Hilfe einer Förderung von digiS, dem Forschungs- und Kompetenzzentrum Digitalisierung des Landes Berlin, Unterlagen zum Institut für Orientalische Sprachen online gestellt. Das war eine Art Kaderschmiede der Kolonialbeamten.  

In diesem Zusammenhang organisierten wir gemeinsam mit der Staatsbibliothek einen Wikidata-Hackathon. Dabei übertrugen wir Angaben zu den noch weitgehend unbekannten Lektoren des Instituts aus den Akten nach Wikidata, um sie sichtbarer zu machen und die Forschung zu den Lektoren mithilfe von Linked Open Data zu erleichtern. 

Aufgeschlagene Akte
In den Archivquellen des GStA kann sich jeder selbst ein Bild über Preußen machen Foto: SPK/photothek.net/Dominik Butzmann

Auch die Bundesregierung beruft sich ja auf Preußen. Das Kabinett fährt zur Klausur nach Schloss Neuhardenberg und hört dort einen Vortrag über den Reformkanzler Hardenberg. Hat Sie das gefreut oder eher belustigt?

Vom Format her hat mich das zugegebenermaßen ein bisschen verwundert. Von der Idee her kommt es mir insofern entgegen, als ich zu jenen gehöre, die eben nicht Friedrich den Großen „verehren“, sondern tatsächlich Persönlichkeiten wie Hardenberg und die anderen preußischen Reformer schätzen. Die damaligen Reformen haben nichts weniger als einen ganzen Staat auf sehr vielen Gebieten modernisiert, eine bewundernswürdige Leistung. 

Mit dieser Professionalisierung von Verwaltung ging sogar ein Stück weit eine „Demokratisierung“ einher, auch wenn das damals nicht so hieß und natürlich nicht alles umfasste, was wir heute darunter verstehen. Das Verfassungsversprechen wurde zudem leider nicht eingelöst. Aber z.B. haben die Bildungsreformen dieser Zeit die Grundlage für eine neue Bildungspolitik gelegt. Es war ein liberaler Ansatz, dass alle preußischen Kinder in die Schule gehen und Lesen und Schreiben lernen konnten, und die Schule war in dieser Zeit keineswegs so autoritär, wie man sich das heute oft vorstellt. Preußen ist eben sehr vielfältig – autoritär und liberal. 

Vieles von dem, was wir heute „preußisch“ nennen, ist zudem eigentlich erst nach der Reichsgründung von 1871 aufgekommen. Wenn man sich beispielsweise die Schulbücher aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ansieht, dann sind die wirklich militaristisch. Aber das war Anfang oder Mitte des 19. Jahrhunderts noch keineswegs so.  

Die preußische wie auch die pommersche oder die schlesische Geschichte wird ja längst auch im europäischen Kontext erzählt. Auch das Geheime Staatsarchiv sucht einen intensiven Austausch zum Beispiel mit Polen. Was interessiert Europa an Preußen?

Wir haben im vergangenen Jahr mit „Preußen 500“ die Gründung des Herzogtums Preußen gefeiert. Das ist preußische und polnische Geschichte in einem. Der preußische Herzog hat sich damals dem polnischen König als Lehnsmann unterstellt – also war Polen im Fahrersitz. Es gibt heutzutage neue Ansätze, die polnisch-deutsche oder deutsch-polnische Geschichte anders zu sehen als das lange in den Nationalgeschichten der Fall war. Beispielsweise bei Forschungen zur Preußischen Seehandlung, die sich mit der Frage beschäftigt, inwieweit das Wirken dieser Einrichtung als eine Form von innereuropäischem Kolonialismus betrachtet werden kann. 

Preußen hat sich über weite Teile von Polen und anderen Ländern erstreckt, ist darum auch Teil von deren Geschichte geworden. Wir sind in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer gemeinsamen Betrachtung gekommen. Natürlich gibt es auch nationalistischere Ansätze, alte Gegnerschaften, aber letztlich überwiegt doch der Blick auf das Ganze als Beziehungsgeflecht. 

Ein Mann und eine Frau beugen sich über alte Pergamente
Johannes Götz und GStA-Direktorin Ulrike Höroldt begutachten die Urkunden des Deutschen Ordens; Foto: SPK/Stefan Müchler
Mittelalteriche Urkunden mit Siegeln
Die mittelalterlichen Urkunden des Deutschen Ordens im GStA; Foto: SPK/Stefan Müchler

Ende vergangenen Jahres haben Sie 73 Urkunden des Deutschen Ordens an Polen zurückgegeben. Eine Sternstunde für die Beziehungen?

Ja! Das war wirklich eine Sternstunde, weil dieser Staatsakt ein Unrecht, das aus der Kriegszeit noch immer bestand, wiedergutgemacht hat. Darum habe ich das immer unterstützt und finde es nach wie vor richtig, dass diese Urkunden an das Warschauer Archiv Alter Akten zurückgegeben worden sind. Natürlich haben die Urkunden durchaus einen inhaltlichen Bezug zu unseren Beständen, aber in diesem Falle ging es um die Wiedergutmachung eines völkerrechtswidrigen Entzugs. Die Urkunden wurden 1941 während der deutschen Besatzung geraubt. Deswegen haben wir das gerne zurückgegeben.

Lassen Sie uns das Thema wechseln und über die lange ersehnte Instandsetzung des Magazins sprechen. Wie ist hier der Stand?

Das Magazin ist Teil unseres wunderbaren Ensembles, das 1924 eröffnet wurde, also vor über 100 Jahren - und noch nie generalsaniert wurde. Während der linke Flügel des Magazingebäudes im Krieg zerstört wurde und später für die Nutzung des heutigen MEKs wieder aufgebaut wurde, – deswegen liegt heute ein großer Teil der Bestände des GStA in einem Außenmagazin im Westhafen – wurde dieses sogenannte Altmagazin durchgehend genutzt. Es hat bei weitem nicht mehr den Standard, den wir heutzutage an Archivgebäude anlegen. Das betrifft zum einen ganz banale Dinge wie Elektroverteilung, aber auch insbesondere die klimatischen Bedingungen, unter denen Archivgut lagern sollte. Hier geht es insbesondere um die Luftfeuchtigkeit, die unbedingt stabil sein muss. 

Die Instandsetzung soll das beheben. Wir haben uns für ein weitgehend passives Klimatisierungsmodell entschieden, welches energiearm und damit nachhaltig ist, –das Gegenteil von Vollklimatisierung. Diese ist in der Anschaffung und im Unterhalt sehr teuer. Und sie kann immer ausfallen. 
Ein Gebäude, das diese Klimastabilität durch seine Bausubstanz erreicht, ist deutlich resilienter und nachhaltiger. 
Begleitet wird das Ganze von einem Forschungsprojekt unserer Kollegin aus der Bestandserhaltung, das erforscht, wie groß die Klimakorridore, in denen wir lagern, sein dürfen, ohne das Archivgut zu schädigen. Bisher gibt es dazu nämlich eigentlich nur Hochrechnungen, aber keine echten Erfahrungswerte. 

Wir haben uns auch mit dem Denkmalschutz darauf verständigt, eine Photovoltaikanlage auf das Dach zu setzen. So können wir die Energie, die wir für dieses Gebäude brauchen, weitgehend selbst gewinnen. 

Historisches Foto eines Gebäudes mit zerbombten Dach
Am Dachstuhl und den oberen Magazinebenen verursachten Brandbomben erhebliche Schäden
Ein Mann und eine Frau hocken in Trümmern
In den letzten Kriegswochen versuchten Mitarbeitende des Geheimen Staatsarchivs das Wenige, was nicht ausgelagert war, vor Plünderungen, Verschleppung und Zerstörung zu schützen

Was ändert sich für die Nutzenden während der Bauphase?

Ein Teil der Bestände steht derzeit leider nicht zur Verfügung, da er ausgelagert werden muss. Die wichtigsten Bestände davon können wir aber über Reproduktionen, also Digitalisate oder Verfilmungen, weiterhin für die Nutzung bereitstellen. Wir bedauern, dass es ohne Einschränkungen nicht geht und wir montags den Forschungssaal schließen müssen. Dies ist notwendig, damit die vielfältigen Vorbereitungen laufen können. Hinter dieser Instandsetzung steckt ungeheuer viel an Planung und Logistik.

Parallel läuft ja eine kulturpolitische Debatte, die Archiven und Bibliotheken eigentlich einen Baustopp verordnen und eher zu mehr Digitalisierung verpflichten will. Siehe Neubau für die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig. Wie sehen Sie das?

Archive verfolgen grundsätzlich den Ansatz, die Unterlagen in der Form zu verwahren, in der sie entstanden sind, also Analoges auch weiterhin physisch, Digitales digital. Das heißt nicht, dass wir die analoge Überlieferung nicht auch digitalisieren, aber eben nur als Nutzungsform, nicht als Ersatz für die analogen Originale. 

Hinzu kommt, dass das Digitale durchaus mit einer gewisse Gefährdung verbunden sein kann, wie der kürzliche Cyberangriff auf den Berliner Senat zeigt. Digitale Daten sind in gewisser Weise weniger resilient als analoge. Natürlich kann auch ein Magazin abbrennen, wenn man Dinge vernichten will, aber das dauert doch um einiges länger, als wenn man einen Server abschaltet. 

Etwas Analoges zu digitalisieren ist übrigens nicht immer am effizientesten. Es gibt Berechnungen, dass der digitale Speicherplatz eben nicht unbedingt günstiger ist als ein Neubau für die analoge Überlieferung. Als ich am Landesarchiv in Magdeburg war, haben wir mal eine Rechnung angestellt: wenn wir alle Akten digitalisiert hätten, hätte der Speicherplatz genauso viel Geld gekostet wie der Bau eines neuen Magazins. Und der Unterhalt von digitalen Speichern ist unter Umständen teurer als der eines gut gebauten analogen Magazins.

Man denkt immer, was digital ist, kostet nichts. Aber das stimmt so nicht. Auch hinter der ganzen KI, die immer mehr zum Einsatz kommt, stehen Rechenzentren mit einem enormen Energieverbrauch. Wenn man jede einzelne Seite digitalisiert, dann sind das unzählige Terabyte. Und es sind so wichtige Sachen, die man nicht einfach auf einem kleinen USB-Stick verwahren kann, sondern professionelle digitale Speichersysteme benötigt.

Wenn wir hier unser analoges Material vernünftig lagern, dann wird das auch in zwanzig Jahren noch in einem ordentlichen Zustand sein, selbst wenn wir es nicht anfassen. Wenn man ein Serversystem 20 Jahre nicht benutzt, dann wäre alles weg. Digitale Bestandserhaltung ist sehr viel komplexer als analoge. Das heißt nicht, dass ich die Vorteile des Digitalen als Arbeitsebene nicht sehe und die digitale Transformation nicht begrüße. Aber bei der Frage der Langzeitspeicherung muss man das Ganze schon differenzierter sehen.
 

Frau sitzt am Tisch und redet gestikulierend
Ulrike Höroldt im Gespräch, Foto: SPK/photothek.net/Dominik Butzmann
Frau steht zwischen einer Astgabel und stützt sich auf einem Stamm ab
Ulrike Höroldt unter einem Birnbaum im Garten des Geheimen Staatsarchiv PK Foto: SPK/photothek.net/Dominik Butzmann

In der neuen Strategie des GStA steht, dass Sie neue Nutzergruppen proaktiv ansprechen wollen. Wie machen Sie das?

Über die Öffentlichkeitsarbeit, die wir derzeit systematisch ausbauen. Ich sehe das wie Monika Wienfurt, Professorin für Brandenburgisch-Preußische Geschichte in Potsdam, die einmal gesagt hat: „Wenn die Studierenden nicht ins Archiv kommen, muss das Archiv zu den Studierenden kommen.“
Wir bieten beispielsweise eine „Archivwoche“ für das Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin hier gleich um die Ecke an. Da kommen dann Professoren mit ihren Studierenden zu uns und halten ein Seminar hier im Haus ab, das wir begleiten. Auf diese Weise versuchen wir, die Studierenden als potenzielle Nutzende anzusprechen. Ideal ist es, wenn sie dann für ihre Qualifizierungsarbeiten ein Thema wählen, das in den Akten recherchierbar ist. Ob Wissenschaftler oder Familienforschende – wir müssen uns überlegen, welche Nutzergruppen wir wie ansprechen können.

In letzter Zeit hat man den Eindruck, dass das Geheime Staatsarchiv geradezu lustvoll auf Archivquellen hinweist und sie gewissermaßen zum Tanzen bringt. Quellen, die vielleicht für die Forschung nicht so wichtig sind, aber auf sehr unterhaltsame Art und Weise für die preußische Geschichte erwärmen. Auch eine neue Charmeoffensive, um Nutzende zu gewinnen?

In gewisser Weise ja. Das hängt auch damit zusammen, dass wir Teil der SPK sind, zu der ja viele Museen gehören, die viel mehr in der Öffentlichkeit stehen als ein Archiv. Wir haben keinen Caspar David Friedrich, können keine Cassirer-Ausstellung machen. Aber wir können darauf hinweisen, dass Überlieferung zur Preußischen Landeskunstkommission, die beim Ankauf von Kunstwerken beriet und in der Cassirer-Ausstellung angesprochen wird, bei uns zu finden sind. Eine Kollegin hat in einer Akte eines Mitglieds der Kunstkommission am Rande der Papiere wunderbare Zeichnungen entdeckt. Der Urheber hieß Eduard von Gebhardt und war einer der bekanntesten Maler religiöser Motive seiner Zeit, und „produzierte“ auch bei Kommissionssitzungen. Diese Geschichte haben wir dann in einem Beitrag auf unserer Website erzählt.  

Inzwischen gibt es immer mehr Kolleginnen und Kollegen, die darauf achten, ob etwas für die Öffentlichkeit interessant sein könnte. Es kommt bei unseren Akten darauf an, wie wir auf die Vergangenheit blicken und welche heutigen Fragen wir stellen. Wer will, kann spannende Geschichten finden – zum Beispiel, dass Hermann Honnef das allererste Windrad erfunden hat. Jetzt nachzulesen in unserem aktuellen Jahresheft, in dem es um Archivquellen rund um das Thema „Energie“ geht. Damit lässt sich wunderbar zeigen, dass Archive zu fast jedem Thema etwas zu sagen haben.

Porträtskizzen auf einer Aktenseite
GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe, Nl Friedrich Schmidt-Ott, Nr. 1539: Eduard von Gebhardt, zwei Portraitzeichnungen auf der Tagesordnung für die Sitzung der Landeskunstkommission am 18. Januar 1912.

Sie beschäftigen sich ja sehr viel mit der Geschichte - wie blicken Sie persönlich auf die Gegenwart?

Die Geschichte wiederholt sich nicht. Ich schaue natürlich mit Besorgnis auf die gegenwärtigen Entwicklungen. Ich bin 16 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg geboren und in einer relativ stabilen Welt aufgewachsen. Es gab trotz der beiden Blöcke ein relatives Gleichgewicht. Diese lösten sich nach 1990 auf, und man dachte, jetzt würde die Welt zusammenwachsen. Nationalismus hatte lange keine große Rolle gespielt. In den Jahren seither erleben wir, wie stark an unterschiedlichen Orten mit unterschiedlichen Vorzeichen wieder Nationalismen erwachen und auch Autokratien entstehen – meist mit einem starken Mann an der Spitze. Ich finde es besorgniserregend, dass auch in Deutschland solche nationalistischen, teilweise auch völkischen Ideen wieder   populär werden, und auch in Europa wieder Kriege geführt werden. 

Ich halte aber nichts von Fatalismus. Ungarn hat ja gezeigt, dass sich die Dinge auch wieder ändern können. Wir müssen weiterhin das hochhalten, wofür wir immer gestanden haben, und trotz allem die Hoffnung behalten. Historisch gesehen gibt es ja immer Wellen mit verschiedenen Verläufen. In den 1930er Jahren hat es viele autokratische Systeme gegeben, aber es sind keineswegs alle Länder in diese Richtung gegangen. Aber wie gesagt: Geschichte wiederholt sich nicht. 

Sorgen macht mir aber die Fülle von Fake News und die damit einhergehende Emotionalisierung der Debatte. Man braucht nur eine bestimmte Nachricht in die Welt zu schicken und alle explodieren emotional, ohne die Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Nachricht zu stellen. Und das bringt uns wieder aufs Archiv zurück. Wir sind diejenigen, die mit den authentischen Quellen gegen diese Fake News vorgehen können – oder diese zumindest im Nachhinein richtigstellen können. Das ist unser Auftrag. 


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